Sonntag, September 10, 2006

Übel Setzung



In koreanischen Krankenhäusern wird offenbar recht drastisch übersetzt.

Mittwoch, August 16, 2006

Anshelm: entweder/ODER



Hört ihr’s knattern? Er reitet wieder! Für ihn gibt es keinen Weg nur Gehen bzw. Fahren! Er klemmt sich ein Flammen-spuckendes Ungeheuer zwischen die Beine und ab durch die Mitte! „Hypertextueller Wandersmann“, „Chef-Peripatetiker“, „Große Alte Dame der Echtzeit - Ethnographie“, „Grenzraum-Navigator“ ... man hat ihm viele Titel gegeben. Doch meistens war er da schon um die nächste Kurve, über die nächste Brücke, übern nächsten Hügel. Er ist so schnell, dass ihm sein Ruf gewissermaßen hinterher eilt! Schaut euch hier alles genau an. Kommentiert fleißig und verlinkt die Seite! Der Mann braucht Publicity und Text!

Donnerstag, August 10, 2006

Freundliche Ratschläge nachdem du deine Hose ausgezogen hast

Dieses Posting wird wohl gar nichts mit seinem Titel zu tun haben. Das mag für manche eine Enttäuschung sein, andere sind wahrscheinlich erleichtert. Weil die Produktion kultureller Artefakte in unserer Zivilisation nicht abreißt, ist es zunächst meine Pflicht auf eine beachtenswerte CD hinzuweisen. Außerdem ist es ein Einstieg beim Schreiben: erst mal Rezi, dann mal sehen, wo man steht im Text. Also: Das neue Album von Sonic Youth möchte ich preisen. „Rather Ripped“ heißt es und so sieht es aus:






Und wie hört es sich an? Wie ein heller Sommer in einer Stadt, die man gut kennt. Leicht, federnd, hell, verspielt und damit atypisch für die alten Noise-Veteranen. Trotzdem unverwechselbar SY. In der Wire meinte Thurston Moore, sie hätten ein Equivalent zu Blondies „Parallel Lines“ machen wollen. Also etwas ganz Song-orientiertes, stromlinienförmiges. Das ist natürlich etwas ironisch gemeint, weil „Parallel Lines“ ja ausgerechnet das klassische Blondie Album geworden ist. Ob man sich an SY später mal wegen „Rather Ripped“ erinnert, wird man sehen. Das es sich aber um einen ganz besonders gelungenen Fall von „anders-aber-typisch“ handelt ist sicher. Gerade diese Fähigkeit (oder der Wille?) sich weiterzuentwickeln ist ja bei Bands, die schon so lange unterwegs sind nicht unbedingt gegeben.




Montag, August 07, 2006

Und noch ein tolles BPB Video







Einer meiner Lieblingssongs. Check out the lyrics:


I'd be riding horses if they let me
Sleep outside at night and not take fright
I would ride the reigns and never worry
I would disappear into the night

Everybody needs an angel
But here's that devil by my side
Deaths head ring upon his finger
Poor boy hanging on the light

They'll be drawing straws inside the courtroom
As the suns twilight turns to black
Torches burn into the sad eyes
On the wrong side of the track
Make those horses jump through hoops of flames
They won't kick and they won't scream
Let the good lord do the driving
Poor boy sinking in the stream

I can smell the campfires burning
But I'll go out walking on my own
By day and night the world keeps turning
Frightened people hiding in their homes


Im Video ist nicht die Originalversion zu hören. Die gibt es aber auf CD: Und zwar auf dieser-

"Lost Blues And Other Songs"







Montag, Juli 31, 2006

Bonnie "Prince" Billy



"Video of first single from upcoming Bonnie 'Prince' Billy album on Drag City, titled "The Letting Go". Video directed by Andy Bruntel."

Hier gibt's ein klasse Video von Will Oldham zu sehen. Die Handlung ist mehr als enigmatisch, also ran an die Mutti mit dem Interpretationsdietrich! Was sind das wohl für Hügel im Abendlicht? Alabama? Schön, dass ein neues Album kommt! Hier noch ein Werbevideo dafür:






Freitag, Juli 28, 2006

Bergwärts, bitte.



Wieder im Tal und ganz schön kaputt. Die Haut spannt am Schädel, als sei sie plötzlich zu klein geworden. Ein paar Tage zurückerinnern: ein gleißend heißer Parkplatz gleich hinter Sarganz, wo der Rhein noch milchig grün in einem Bett aus großen Kieseln schäumt.
Heidiland wird die Gegend von den Tourismusbroschüren betitelt. Das Marketing ist barbarisch: das Marché am anderen Ende der Raststätte ist mit Außenlautsprechern ausgestattet aus denen in Abständen das „Heidi“-Lied der Hellwigs schmettert. Im Türmli über dem Eingang öffnet sich dann ein Türli aus dem eine Heidipuppe gefahren kommt, die mit an Benito Mussolini erinnernden Gesten steif salutiert. Unser Plan war per Anhalter ins Gebirge zu fahren und einen (beliebigen) Berg zu knacken. „Reclaim the Alps“ – eine neue Kartierung über die Kindheitsurlaube legen, Almluft atmen, braunen Kühen beim bimmeln zuhören, vielleicht ein Murmeltier sehen. Unser Ziel änderte sich mit den Mitfahrgelegenheiten: zuerst Tessin, dann Engadin, schließlich riss Herr R. einen Lift auf den San Bernardino auf, der dann aber doch nie erschien. Trampen war früher einfacher. Eine kurze Analyse unserer Situation – schon zwei Tage unterwegs und noch immer nicht über 1.500 m – ließ uns einen willkürlichen aber beherzten Vorstoß in ein Seitental unternehmen. Bad Ragaz hieß der Ort, auf den wir nach kurzem Fußmarsch stießen. Überall prangte Kunst, denn es war ein skulpturales Festival im Gange, überhaupt hatten uns über einem Bach wehende Stoffbahnen erst in das Tal gelockt. „Bad RagARTz“ – „bad rag arts“: „schlechte Lumpen Kunst“, wenn man genau hinsieht offenbart sich einem die Welt stets in aller Deutlichkeit. Vielleicht gab’s aber auch sehenswertes: Wir ließen die Ärsche aus Bronze, die sich aus dem Trottoir reckten, jedenfalls links liegen, denn unser Sinn stand nach der Bewährung am Berg. Mit dem melodiös hupenden Postauto, das sich schwankend um Haarnadelkurven schmiegte (unten tobte ein Tobel), ging’s bis nach Valens. Noch so ein Kurort, wo in einer Schlucht Paracelsus praktiziert haben soll. Schwer vorstellbar. Was soll man denn in einer Schlucht praktizieren? Eine Broschüre droht: „Nach dem Drehtor nimmt Sie ein dämmrig-feuchter Schlund auf. Die Felsen schlagen zusammen. Der Schluchtweg ist der östlichen Felsflanke abgerungen.“ Dass hier aber hübsche Physiotherapeutinnen praktizieren, kriegten wir gleich mit, als wir aus dem Bus steigen. Eine alpine Schönheit, barfuss, gepiercte Lippe, Physiotherapiebuch in der Hand, wies uns gleich ungefragt den Weg ins Gebirg, legt uns die Vor- und Nachteile verschiedener Saumpfade dar und liefert Material für abendliche erotische Obsessionen am Lagerfeuer.
Am nächsten Tag dann Aufstieg. Steile Kieswege durch Ahornwälder, tosende Bäche die um uns in die Tiefe stürzen, jetzt geht es vertikal zur Sache. Herr R. ist ein ausgezeichneter Botaniker und ich lerne auf 1.100 Metern Anstieg ca. 10 neue Pflanzen zu identifizieren, also alle 110 Meter eine. Wir spekulieren über die Gipfel am Abschluss des Tals, den Pizol haben wir uns ausgesucht, 2.884 m, noch nicht sichtbar weil hinter den grauen Hörnern verborgen. Als wir dann die bewirtschaftete Pizolhütte erreichen, fühle ich mich etwas betrogen: da sitzen dicke Pensionäre auf der Terrasse und schlagen sich den Bauch voll! Mit dem Sessellift sind die gekommen! Betrug! Weil wir abends dringend warmes Essen wollen, zweigen wir uns etwas Holz ab, sägen es klein und binden es uns auf die Rucksäcke. Der Anstieg über einen Sattel bis unter den Gipfel holt dann auch das letzte aus uns raus. Bei einem türkisgrünen Gletschersee wird das Zelt aufgeschlagen, gegen die Kälte des Abends trinken wir Ingwertee. Kein Ort für Menschen, selbst im Hochsommer sind hier nur Dämonen und Berggeister unterwegs. Am nächsten Tag nehmene wir den Gipfel ohne Gepäck in Ansturm: der Gletscher wird auch ohne Steigeisen überquert, mit etwas Vorsicht kein Problem. Grandios, dann der Blick über die Glarner Alpen.
Mir fiel auf, dass entlang der Pfade an allen Stellen mit grandioser Aussicht, an denen sich Gefühle der Erhabenheit beim Anblick der Natur einstellen könnten, Täfelchen mit christlichen Parolen angebracht wurden. Gerade so als sollten eventuell sich einstellende religiöse Gefühle gleich christlich besetzt werden. Ja nicht an Vishnu, Allah oder Wakan-Tanka denken! Auch das eine Form des barbarischen Marketings!



Donnerstag, Juni 22, 2006

red wine, black tobacco, white skin

this was a way of being in love. the shadow of a thought, the ghost of a possibility, the soft imprint of the future onto the past. this was about looking after each other. this was about pretending to. maybe not quite daring to. this was also the easiest way out.
often i was astonished by her ways: she could be bossy and rude, especially when she was drunk and we were drunk quite often. her teeth would be coloured lilac from the red vine, she would chain smoke my tobacco and try and explain something to me about something far back or far away from this town. if i didn’t get it immediately, she would turn away, clearly annoyed: “what does it matter anyway.” she would throw this line at me, her voice silky like the dresses she was wearing and deep and broken and her language tinged with a scandinavian accent. her moods could change within seconds. everything about her was quite dramatic. i was fascinated and amused. I could not help but do what she said: “take me to the beach.”, “take off your clothes.”
“i never kissed a bridgetown girl again”, you know like the Tom Waits song “gun street girl”, i was singing to myself often crossing the river. approaching the house towering against a moonlit sky, slightly mysterious, slightly threatening. it was inhabited by numerous students- i never figured out how many actually lived there, the house seemed to have an endless amount of rooms, its shy inhabitants only visible in the corridors on their way to the bathroom, hardly acknowledging my presence making me not necessarily feel very welcome. her room was the one at the very top. she would often climb out of the window and settle on the roof with a bottle of wine and a book despite her landlord’s threat of eviction if he ever should catch her. her answer to that: “what does it matter anyway.”
i remember my battered vw being parked on the pavement with the hazard lights flashing for hours. picking her up was never a thing of only a couple of minutes. she would greet me at the door, make me very dark and strong coffee, laugh at me if i demanded milk and sugar, then get changed. what meant to parade a number of different dresses up and down the hallway. i always gave my approval to every single one which didn’t make her decision easier. what i relished most was to watch her apply make up. the precision and commitment she was doing that with left me speechless and smiling with fascination. i was absolutely enchanted.
sometimes we had a party in that house. once we had a fire going in the garden frying crumpets in a battered pan until we were sick. the tindersticks’ album ‘curtains’ and Jacques Brel and Scott Walker blasting out of the living room door. and red wine of course. from time to time i was staggering through the bushes to piss into the river. breaking through the dense vegetation and suddenly standing on the river bank lifted me out of the space of the party and transported me somewhere else. hypnotised i would stare at the glittering reflections of the illuminated house on the waves and listen to the river’s murmur as if it was telling me- and only me- an ancient secret. a secret about her, maybe.
i remember a warm and rainy sunday morning. she was a bit ill, or a bit hungover and we were lying on the sofa in the living room with the french windows wide open. we were listening to the tropical rain gently moving the leaves in the lush garden and decided there were better things to do than go to the beach that afternoon...
where is she now? i imagine her having returned to this snowy unknown country on the edge of europe, a white spot on my maps. she talked about st.petersburg a lot, i can see her there. it somehow makes sense. knocking down vodkas with russian sailors and commanding them around. they do as they’re told and smile when they watch her applying make up.


Eine einfache Pizza mit Ziegenkäse

Zuerst bereite man einen Hefeteig aus 200-300g Dinkelmehl (je nachdem, wie dick man’s mag, oder wie dünn man schafft es auszurollen). Das reicht für ein mittelgroßes Blech. Dinkelmehl ist Weizenmehl auf jeden Fall vorzuziehen. Genauso wie frische Hefe der aus dem Tütchen. Man kann den Teig mit einer mediterranen Kräutermischung würzen oder noch besser mit frischen (Thymian, Rosmarin, Basilikum etc...). Etwas Salz und Pfeffer verstehen sich von selbst. Entscheidend ist auch ein kräftiger Schuss Olivenöl. Gut durchkneten, sodass man spürt wie der Teig „lebendig“ wird, dann ruhig eine gute Weile stehen lassen.

Grundlage des Belags ist natürlich eine Tomatensoße. Ein bis zwei fein gehackte Zehen Knoblauch, eine rote Chillischote in Olivenöl anbraten. Dann eine Dose Tomaten bester Qualität hinzufügen. Wenn es die Saison erlaubt sind natürlich frische Tomaten nicht zu toppen. Lange köcheln lassen (eine Stunde mitunter) damit die Soße reduziert. Das ist wichtig, dass sie später nicht durchsuppt und die Pizza schlaff und matschig wird. Am Schluss ein Esslöffel Balsamico Essig, Salz und schwarzer Pfeffer runden die Soße ab.

Zum Spinat. Auf jeden Fall frischen verwenden. Tiefkühlware wird nicht funktionieren. Also putzen, Stängel entfernen. Kurz in Olivenöl anbraten (wenig Hitze), ein Spritzer Zitronensaft, etwas Muskat, fertig. Wenn er zusammengefallen ist, absieben, abkühlen und parken. So gegart wie nötig, so frisch wie möglich!

Jetzt wird es Zeit, den Teig auszurollen und auf ein Blech auszubringen. Der Ofen ist auf 200ºC vorgeheizt. Dann die Tomatensoße dünn auftragen und ab in den Ofen. Die Pizza sollte jetzt erstmal eine gute Viertelstunde backen.

Ziegenkäse: meiner Meinung nach ist der beste, den man zu einem vernünftigen Preis kriegen kann der türkische der Firma Gaci. Andere aus der Dose im türkischen Lebensmittelladen sind auch gut. Dass der Käse von der Ziege ist, ist obligat! Kein Imitat von der Kuh! Vorbereitend zerbröseln wir 200g mit den Händen.

Die Pizza sollte jetzt fast schon so weit sein, der Teig weitgehend mit harter Kruste, goldgelb in der Farbe mit dunklen Graten. Jetzt belegen. Erst den Spinat, dann den Käse. Ganz oben noch eine Hand voll schwarzer Oliven drauf, gerne auch Pinienkerne (alternativ: Mandelsplitter oder Walnüsse). Die Pizza sollte jetzt noch ein paar Minuten backen. Und zwar gerade so lange, dass der Spinat seine dunkelgrüne Farbe behält. Der Käse wird und soll nicht verlaufen, aber er sollte wenigstens heiß werden.